Pädagogische Betreuung der Unterstufe
Die Tutorinnen




Neben der pädagogischen Betreuung der Unterstufe durch einen Unterstufenbetreuer werden die Schülerinnen auch durch sogenannte Tutorinnen betreut, die mit den Schülerinnen alle möglichen Tätigkeiten wie z. B. Wandertage, Ausflüge, Übernachtungen, Verkaufsaktionen vorbereiten und dadurch auch die Lehrkräfte, besonders den Klassenlehrer, unterstützen. Dazu gehört natürlich auch der Empfang der neuen Schülerinnen zu Beginn eines jeden Schuljahres.

Ein Bericht einer Tutorin gibt dabei interessante Einblicke in die Arbeit dieser Einrichtung:

Tutorin sein – eine nicht immer ganz leichte Aufgabe
Eine Rückschau von Michaela Frei (11b) nach zwei Jahren Tätigkeit als Tutorin, Juni 2005

Als vor knapp zwei Jahren Frau Seifert – Hammermeister in unsere Klasse kam und uns fragte, ob irgendjemand Lust hätte, ab kommendem Schuljahr als Tutorin eine fünfte Klasse zu betreuen, waren einige von uns sofort begeistert. Zu dritt wurden wir die Tutorinnen der damaligen 5b. Unsere erste Amtshandlung (sozusagen) war es, die Begrüßungsgeschenke für die „Kleinen“ einzupacken und die Aula festlich mit Blumen zu dekorieren. Sehr nervös erschienen wir dann alle zur Begrüßungsfeier, denn dort sollten auch wir uns kurz den Eltern und den neuen Schülerinnen vorstellen. Gott sei Dank verlief das besser als erwartet, und voll Enthusiasmus begleiteten wir die Mädchen in ihr neues Klassenzimmer, wo wir einige Spiele zum Kennenlernen spielten. Das war ungefähr der Zeitpunkt, wo wir zum ersten Mal Mitleid mit unseren Lehrern bekamen, denn auch wir standen nun vor dem Problem „ Wie merkt man sich 30 neue Namen?“. Nach dem ersten Wandertag, an welchem wir die Mädchen begleitet haben, wurde jedoch auch das einfacher, und nach unserer ersten Aktion, einer kleinen Schnitzeljagd zur Erkundung des Schlosses Hohenburg, hatten wir kaum mehr Probleme damit, die Mädels mit ihren richtigen Namen anzusprechen.

Damit diese sich auch außerhalb der Schule besser kennenlernen konnten, sind wir zusammen ins Kino gegangen, um den Film „findet Nemo“ anzuschauen. Bei all den Aktionen, die wir planten, ergab sich für uns eine neue Herausforderung, der Elternbrief. Selbst bekommen hatten wir schon etliche, doch wie verfasst man so ein informatives und formales Schreiben? Vieles war für uns unbekannt oder wir hatten es zuvor nur aus dem Blickwinkel der Schüler gesehen. So konnten wir schon nach nur kurzer Zeit sagen, dass das Tutorat für uns eine neue und auf jeden Fall wertvolle Erfahrung ist.

In der Adventszeit haben wir dann mit den Fünftklässlerinnen für den Weihnachtsbasar gebastelt, wobei sich die Mädchen mit vielen guten Ideen einbrachten. Außerdem haben wir ein kleines Geschichtenheft zusammengestellt, für welches die Schülerinnen kleine Gedichte oder Märchen geschrieben haben.

Im neuen Jahr starteten wir mit viel Schwung und neuen Ideen, so haben wir beispielsweise eine Spielpause eingeführt, bei der wir viele Spiele aus unserer Kinderzeit seit langem einmal wieder offiziell spielen durften. Jedoch waren wir danach immer ziemlich „fertig“, da wir feststellen mussten, dass die „Kleinen“ schneller laufen als wir! Kurz vor den Faschingsferien haben wir dann noch einen Videonachmittag veranstaltet, bei dem durch Chips und Flips, trotz der harten Holzstühle, fast eine Wohnzimmeratmosphäre aufkam. Es hatten sich zwar kleine Grüppchen in der Klasse gebildet, trotzdem hatten wir das Gefühl, dass sich die Mädchen untereinander gut verstehen und eingelebt haben. Dies hat dann auch ein Besuch im Alpamare bestätigt, bei welchem sich die Mädchen sehr rücksichtsvoll anderen Mitschülerinnen gegenüber zeigten und auf unsere Anweisungen folgsam reagierten, so dass auch wir wider Erwarten den Nachmittag genießen konnten. Ich finde sogar, dass es sehr lustig war!

Zum Abschluss dieses Schuljahres organisierten wie zusammen mit Frau Kersting, der Klassenleitung, eine Gespensterschlossübernachtung. Nach einigen Spielen am Nachmittag stärkten wir uns kurz bei einem gemütlichen Abendessen, bevor wir zu einer Schnitzeljagd aufbrachen. Diese verlief leider etwas chaotisch, doch die Mädchen haben sich davon nicht abhalten lassen und unermüdlich nach der richtigen Spur gesucht. Mit Frau Kersting haben wir danach noch eine kleine Tour durch das Schloss gemacht, die auch für uns sehr interessant war, da wir vieles trotz unserer 6 Schuljahre in Hohenburg noch nicht gesehen hatten, so zum Beispiel das Museum, das sehr interessante Dokumente zur Geschichte des Schlosses aufweisen kann, und auch die Gruft, bei der vielen Mädchen und auch uns Tutorinnen ein kalter Schauer über den Rücken lief. Zu späterer Stunde besuchte uns dann sogar ein richtiger Geist, der im Schloss spukte und die Mädchen zu kreischenden Schreien veranlasste. Doch Gott sei Dank haben die Mädchen diesem Spuk ein Ende gemacht und den Geist, der sich als Herr Becker entpuppte, gefangen genommen und mit einer Kissenschlacht bestraft. Um ca. 2.00 Uhr fielen wir Tutorinnen vor Erschöpfung in den Schlaf, was einige Mädchen nicht daran hinderte, noch bis 4.00 Uhr weiterzuquatschen. Am nächsten Morgen saßen dann alle mehr oder weniger verschlafen am Frühstückstisch und jede von uns Tutorinnen freute sich auf ihr Bett daheim.

Trotz allen (anfänglichen) Schwierigkeiten hat uns dieses erste Jahr Tutorat sehr viel Spaß gemacht und besonders hat es uns gefreut, dass die Mädels auch mit einigen Problemen zu uns gekommen sind. Wir haben versucht, so gut es uns eben möglich war, Lösungen zu finden und zu vermitteln, geholfen haben uns dabei auch die Tipps, die wir auf dem Tutorenseminar in Königsdorf ( März 2004 ) bekommen haben. So genossen wir die Sommerferien und sammelten schon fleißig Ideen für die Aktionen im neuen Schuljahr.

Nach den Ferien waren wir leider nur noch zwei Tutorinnen, da die dritte die Schule gewechselt hatte, und diese Situation war auch für uns erst gewöhnungsbedürftig. Außerdem hatten wir auch die 11. Klasse ein bisschen unterschätzt, die für uns stressiger wurde, als wir dachten. Daher sahen wir die „Kleinen“ leider nicht mehr so oft. „Klein“ durften wir sowieso nicht mehr in ihrer Gegenwart erwähnen, sie waren ja jetzt gar nicht mehr die Kleinen! Um uns das zu beweisen, waren sie auch entschieden dagegen, bei unserem nächsten geplanten Kinobesuch einen Comicfilm oder „Plötzlich Prinzessin 2“ anzusehen. Auf ihren Wunsch sahen wir uns dann „Die 7 Zwerge“ an. Es folgte eine Phase mit vielen Schulaufgaben und bevor wir schauen konnten, war auch schon wieder fast Weihnachten. Um uns trotz des fehlenden Schnees auf dieses Ereignis einzustimmen, fertigten wir mit den Mädchen kleine Lebkuchenhäuschen aus Keksen, Süßigkeiten und jeder Menge Zuckerguss an. Dabei zeigten die 11- bis 12- Jährigen wahnsinnig viel Fantasie und Kreativität und auch beim Aufräumen halfen sie kräftig mit. Das „Arbeiten“ mit ihnen machte einfach Spaß! Außerdem machten wir auch dieses Jahr wieder beim „Wichteln“ mit, einem in allen Klassen sehr beliebten Adventsspiel, das sich über die gesamte Vorweihnachtszeit zieht und bei dem man Geschenke von seiner „Wichtelmama“ bekommt. Gleichzeitig muss man seinem „Wichtelkind“ ab und zu etwas Kleines schenken. Ziel ist es, zu erraten, wer seine eigene „Wichtelmama“ ist. Dabei werden auch wieder die Fairness und Kooperation der Schülerinnen gefördert, weil sie oft zusammen arbeiten müssen, um dem Wichtelkind nicht frühzeitig ihre Identität zu verraten. Weiter ist es auch einfach nett, an einem tristen Schulmorgen eine kleine Überraschung auf der Schulbank zu finden.

Unsere nächste Aktion fand erst im Frühling statt, jedoch war es uns dank der ZfU- Stunden, die ab der sechsten Klasse eingerichtet sind, möglich, die Mädels in die Planung miteinzubeziehen. Auch sie zeigten sich davon begeistert und es kamen einige sehr abenteuerliche Vorschläge, die sich leider nicht realisieren lassen. Schließlich einigten wir uns auf eine Schnitzeljagd, dieses Mal mit Ziel Lenggrieser Eisdiele. Wir hofften auf gutes Wetter, doch leider wurden wir nicht erhört. Trotz Regen und Kälte wollten die Schülerinnen die Schnitzeljagd durchführen, ein schlagkräftiges Argument war: „Wir sind ja nicht aus Zucker!“. Begeistert von deren positiver Einstellung machten wir uns auf den Weg und kamen auch relativ trocken in der Eisdiele, unserem Ziel, an. Und auch diese hat trotz Regen ein super Geschäft mit uns gemacht !

Im Moment planen die Mädchen eine weitere Schlossübernachtung, auf die ich mich jetzt schon freue..........! Vor allem fand ich es super, dass sie alleine auf mich zugekommen sind und mich dazu eingeladen haben. Auch haben sie die Organisation zum größten Teil selbst übernommen und verwenden nun ihre Zfu-Stunden dafür.

Wenn auch mit diesem Schuljahr die Zeit meines Tutorats offiziell zu Ende geht, hoffe ich, die Mädels nächstes Schuljahr noch ab und zu zu sehen und mich mit ihnen unterhalten zu können. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich meine Entscheidung, Tutorin zu werden, nie bereut habe und es einfach schön und großartig finde, wenn die „Großen“ und die „Kleinen“ auf diese Art und Weise von einander profitieren können.





Dass die Arbeit solcher Tutorinnen ernst genommen wird, zeigt die Schulung der Schülerinnen in der Tutoren - Grundausbildung:

Neben der Vermittlung von pädagogischem, methodischem und rechtlichem Basiswissen geht es auch darum, sich mit dem eigenen Verhalten, der eigenen Persönlichkeit intensiver auseinander zu setzen und in seinem Handeln Sicherheit zu gewinnen. In einem Vorbereitungsgespräch wird die konkrete Programmplanung im Detail abgesprochen. Wünsche und Erwartungen auf beiden Seiten werden abgestimmt. Von besonderer Bedeutung ist, dass die Schülerinnen freiwillig und motiviert an der Grundausbildung teilnehmen und dem Inhalt sowie dem Ablauf des Seminars zustimmend gegenüber stehen. Nach Abschluss der 3-tägigen qualifizierenden Grundausbildung erhalten die Schülerinnen ein Zertifikat.



nach erfolgreichem Abschluss intensiver Qualifizierung



beim Ausprobieren von Spielen für die Kinder



Pädagogik im Testverfahren



Tutorinnen bei der Arbeit



Tutorenfortbildung Juli 2005

Grillparty der 6.Klassen Juli 2005

Tutorinnenarbeit im Schuljahr 2005/2006

Übernachtung im Schloss 2007/2008

Die Tutorinnen für das Schuljahr 2005/2006

Die Tutorinnen für das Schuljahr 2006/2007

Die Tutorinnen für das Schuljahr 2007/2008

Die neuen Tutorinnen für das Schuljahr 2008/2009